Schmocks Bienchen

Varroabehandlung

Damit unsere Bienen nicht unter den blutsaugenden Krabbeltieren zu leiden haben, rückten wir den Varroamilben gemäß dem neuesten Behandlungskonzept Baden-Württemberg zu Leibe. Bewaffnet mit Liebig-Dispensern und einer entsprechenden Menge Ameisensäure änderten wir kurzfristig das Raumklima in den Bienenstöcken. Die Ladies waren zwar nicht begeistert, ließen aber die Prozedur über sich ergehen. Bei spätsommerlichen Temperaturen verdunstete anfangs die Ameisensäure recht gut, als das Wetter aber umschlug, blieb etwa die Hälfte der Säure in den Dispensern. Die Auszählung der toten Milben ergab deshalb auch eher enttäuschende Ergebnisse und wir entschlossen uns beim nächsten Sonnenstrahl noch eine weitere Ameisensäurebehandlung an den Bienenvölkern durchzuführen, um diese mit möglichst wenig Milbenlast in den Winter zu schicken.

  

Während oben auf den Waben die Behandlung läuft, wird unten eine "Windel", also ein mit Küchtentuch ausgelegten Brett eingeschoben, Nach der Behandlung zieht man die Windel und zählt die gefallenen Milben, die sich vorwiegend im Bereich des Brutnestes ansammeln. Zu sehen ist das Ergebnis der ersten Behandlung.

Pollentaxi

Wenn vor dem Flugloch die Pollentaxis kreuzen, geht's den Bienen gut. Pollen gibt's in vielen Farbnuancen zwischen blassgelb und dunkelrot. Besonders am Vormittag sind die Pollentaschen brechend voll,

Besser als Kino

Wir können uns einfach nicht sattsehen. Wir haben ein Schälchen mit Wasser und Steinen aufgestellt, weil im schlauen Buch steht, dass Bienen während der Brutphase Wasser brauchen.

    

Bestandskontrolle

Unsere Neugier ist kaum zu halten. Wir mussten heute unbedingt die Beuten aufmachen und nachschauen, wie es denn so geht. Die Völker haben sich offensichtlich gut eingelebt. Gestern Abend bekamen sie jeweils 1 kg Zuckersirup, heute ist davon bereits knapp die Hälfte in die Waben eingetragen, echt fleißig unsere Bienchen.

Zuerst den Smoker anzünden. Holzhäcksel und Eierkartons rauchen richtig gut!

   

Dann die Beuten öffnen, Rauch rein, Waben ziehen, staunen.

 

 

Klar zu erkennen sind das Brutnest mit verdeckelter Brut (gelblich), offene Brutwaben (also ohne Deckel) und verdeckelte Futterwaben (weißlich), in denen selbst gesammtelter Honig und der verarbeitere Zuckersirup nebeneinander auf schlechtere Zeiten warten.

 

Weitere Bienen sind mit dem Ausbau von Mittelwänden beschäftigt, in die dann wieder außen der Futterkranz und innen die Brutwaben angelegt werden. Die Königin leuchtet regelrecht aus der Masse ihres Hofstaats heraus, weil sie giftgrün markiert ist.

Bienenstich, ein Selbstversuch

Herr Schmock war mit dem Imkerpaten unterwegs und wollte ein paar neugierigen Kindern zeigen, dass Bienen überhaupt nicht stechen, sondern den ganzen Tag damit beschäftigt sind, in den Cargo-Socken Pollen für die Brut eintragen. Dabei kam der Zeigefinger wohl etwas zu nah ans Flugloch und eine Wächterbiene fand das gar nicht witzig. Innerhalb von Sekunden waren 3 Stiche zielsicher gesetzt. Die erste Biene setzt dabei auch einen Duftstoff ab, der das Opfer für alle anderen Bienen eindeutig als "DER FEIND" markiert.  Aha, wissen wir das jetzt also auch.

Summ Summ Summ...

Endlich ist es soweit. Gestern Abend sind 3 Völker Carnica bei uns eingezogen und wir sind jetzt Imker.

  

Heute früh herrschte um 5:30 Uhr schon ordentlich Flugbetrieb und ein gleichmäßig beschäftigtes Summen erfüllte den Luftraum über der Tobelbachstraße. Kater Erwin ist allerdings noch nicht so ganz davon überzeugt, dass er damit jede Menge neue Kumpels bekommt.

Wir sitzen gemütlich in ca. 1,5 - 2.0 Meter Abstand von den Beuten auf der Terrasse und genießen die Geräuschkulisse. Dieses gleichmäßige Summen hat etwas unglaublich beruhigendes.

Gestern Abend bei der Abholung hatten wir noch ein paar andere Neu-Imker getroffen, die ihre Ableger-Völker in Empfang nahmen. Alle waren genauso aufgeregt wie wir. Die Leidenschaft für summende Bestäuber scheint ansteckend zu sein.

Der Pate

Jedem Neu-Imker wird hier im Verein ein Imker-Pate zugeteilt, der die ersten Schritte begleitet und bei dem wir beim Imkern über die Schulter schauen dürfen.

Beim Über-die-Schulter-Schauen und Neben-Her-Laufen und Im-Weg-Rumstehen gibt's viel zu lernen:

  •  Pollenhosen sind voll im Trend. Sieht man am Flugloch viele Bienen, die Pollen eintragen, ist das die halbe Miete und den Bienen geht's gut.
  • Jungbienen brauchen Orientierungshilfe. Sieht man neben dem Flugloch Bienen, die mit erhobenem Hinterteil scheinbar unsinnige Verrenkungen machen, sind diese dabei, Duftmarken zu setzen, damit die Jungbienen nach den ersten Flugübungen wieder in den richtigen Stock zurück finden, als Landebahnmarkierung sozusagen.
  • Jedes Bienenvolk verhält sich etwas anders. Die einen sind hektischer, die anderen ruhiger, die einen bauen viel, die anderen hängen nur im leeren Rähmchen und machen Turnübungen, statt fleissig Drohnenwaben auszubauen.
  • Schwarmzellen unterscheiden sich von Nachschaffungszellen durch die Lage: Nachschaffungszellen findet man mitten auf den Waben, Schwarmzellen hängen meist unten, ebenso wie die Spielnäpfchen. Und wenn eine Königin geschlüpft ist, werden die anderen Königinnenzellen ausgefressen, den Unterschied kann man erkennen.

Alles superspannend und absolut faszinierend. Je mehr wir lernen, desto mehr wird uns klar, dass wir noch viel mehr lernen müssen.

Übrigens, unsere Beuten sind bereits in Eislingen und werden mit Ablegern befüllt, die wir in ca. 3 Wochen bekommen werden. Die Königing wird am 28.05. schlüpfen, soviel steht schon fest. Bis die Ableger bei uns einziehen, werden wir auf jeden Fall weiterhin unserem Paten über die Schulter gucken.

 

Wohnraumbeschaffung in der Rohbauphase

   

Damit die Ablegervölkchen bald ins neue Heim einziehen können, haben wir am Wochenende die Beuten bezugsfertig gestellt, selbstverständlich unter der strengen Qualitätsüberwachung von Kater Erwin. Dafür werden die Rähmchen mit einer Art zweckentfremdeten Polsternägeln auf Abstand gehalten, damit zwischen den hängenden Rähmchen in der Beute immer genug Platz ist und die Bienen nicht eingequetscht werden, wenn man die Rähmchen verschiebt.

 

Also, immer auf der rechten Seite 2 Abstandshalter, jeweils vorne und hinten. Wenn man dann den Rahmen umdreht, damit man besser drankommt, ist rechts vorne plötzlich links hinten, bzw. rechts nicht mehr da, wo vorher links nicht gewesen sein kann. Herr Schmock wollte jedenfalls unbedingt ausprobieren, wo genau denn vorne rechts ist, nachdem der Rahmen einmal in der Horizontalen um die eigene Achse rotiert war und hinten rechts da hätte sein können, wo nachher hinten links schon vorher nicht war. So ähnlich jedenfalls.

 

Nachdem die Rotation um die eigene Achse erfolgreich getestet war und die Abstandshalter beim 2. Versuch auch tatsächlich alle auf der jeweils rechten Seite eingetackert waren, kam der eigentlich spannende Teil. Unter der Spannung eines Trafos wurden die vorgeformten Mittelwände aus garantiert rückstandsfreiem Bienenwachs auf die Metalldrähtchen gelegt und elektrisch beheizt, bis das Wachs langsam auf die Drähte schmolz und damit stabil in den Rähmchen hing.

   

Warum genau die Bienen exakt auf den sechseckig vorgeformten Mittelwänden ihre Waben errichten und nicht einfach drauf los bauen wollen, haben wir noch nicht so ganz verstanden. Wir werden euch aber umgehend informieren, falls wir es jemals herausfinden sollten. 

Erstausstattung

Die Erstausstattung ist heute eingetroffen. Die Mittelwände aus rückstandsfreiem Bienenwachs müssen noch in die vorverdrahteten Rähmchen "gelötet" werden, bevor die Bienchen einziehen können. Die Ableger-Völker sind in ein paar Wochen fertig, wenn die Königin geschlüpft und begattet ist. Erst wenn die Königin anfängt Waben zu bestiften, fangen die Arbeiterinnen an Waben zu bauen. Oder die Arbeiterinnen bauen zuerst die Waben und dann kann die Königin stiften gehen. Wie dem auch sei, den Ableger bekommen wir wohl irgendwann Anfang Juni. Bis dahin hat Erwin alles im Griff und bewacht die leeren Rähmchen.